Eucharistie

Sel. Angela Salawa
30. März 2021
Friede und Freude
8. Dezember 2020
Das letzte Abendmahl

                Unter diesen Zeichen bist Du wahrhaft hier
(Hymnus „Adoro te devote“)

Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut,
der bleibt in mir und ich in ihm. (Joh 6,56)

Wie schon die Schönheit der Schöpfung ein Hinweis, ein Zeichen der Liebe des Schöpfers ist und wir in ihr die Handschrift des Größeren entdecken, so ist es der Mensch, in dessen Gesicht wir Gottes Antlitz ebenbildlich erkennen. In Jesus Christus ist das in höchster und tiefster Weise gegeben: Er ist nicht nur Hinweis, in ihm ist Gott selbst da. „Ich und der Vater sind eins“, betont er besonders im Johannesevangelium immer wieder (vgl. u. a. Joh 10,30; Joh 17). Deshalb nennt die Kirche Jesus Christus auch das Ur-Sakrament (sacramentum = heiliges Zeichen). Denn in der Sichtbarkeit dieses Menschen Jesus aus Nazareth, in seinem Leben und Handeln wird Gott selbst offenbar, bleibt er nicht nur der Gott-über-uns im unzugänglichen Licht, sondern wird zugänglich für uns als der Gott-mit-uns. In ihm geht er als der immer größere Gott ins immer Kleinere, um uns auf Augenhöhe zu begegnen, selbst in Leid und Tod. …

Das Ursakrament Christus lebt weiter im Grundsakrament Kirche und kommt beim Menschen am intensivsten an in sieben „Sakramenten“, in sieben heiligen Zeichen, in sieben Gesten. Wie Gott sich in Jesus Christus radikal an den Menschen gebunden hat, so bindet er sich radikal an diese Zeichen, um mit den Menschen in innigster Weise in Beziehung zu treten. … Am deutlichsten wird das im Sakrament der Eucharistie. Christus selbst ist in dem Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig, er tritt in die Mahlgemeinschaft mit uns ein. Das Zeichen ist nicht nur Hinweis auf ihn, sondern er selbst wird identisch mit diesem Zeichen. Deshalb bildet die Eucharistie die Mitte der sakramentalen Gegenwart Christi unter uns…
(OFS Bildungskurs, Text von Franz-Josef Bode, Einführung zum Thema “Teilnahme am sakramentalen Leben der Kirche”)

Die Brüder und Schwestern des OFS suchen Christus zu begegnen, wie er in den Mitmenschen, in der Heiligen Schrift, in der Kirche und in den Feiern der Liturgie lebt und wirkt.
(OFS Regel 5,1) 

Die Eucharistie ist der Mittelpunkt des Lebens der Kirche. In ihr eint uns Christus mit sich und untereinander in einem einzigen Leib. Darum ist die Eucharistie der Mittelpunkt des Lebens der Gemeinschaft. Die Schwestern und Brüder nehmen, so oft es ihnen möglich ist, an der Eucharistiefeier teil – im Bewusstsein der Hochachtung und der Liebe des hl. Franziskus, der in der Eucharistie alle Geheimnisse des Lebens Christi vereint sah.
(OFS Konstitutionen 14,2)

In der Liturgie handelt Jesus Christus selbst; sie ist Vollzug seines Priestertums. Jesus Christus aber handelt in der Kirche und durch die Kirche. In der das Wort Gottes verkündenden, Gott Dank sagenden, „in Freude und Einfalt des Herzens“ (Apg 2,46) das Vermächtnis des Herrn feiernden, opfernden, fürbittenden und auf die Ankunft des Herrn hoffenden Gemeinde ist Jesus Christus selbst gegenwärtig. Die Liturgie ist also der öffentliche Gottesdienst des ganzen mystischen Leibes Jesu Christi, des Hauptes und der Glieder. In ihr wird durch sinnenfällige Zeichen das Heil des Menschen wirksam bezeichnet und zugleich Gott in gemeinschaftlicher und öffentlicher Weise verherrlicht.
(Katholischer Erwachsenenkatechismus)

Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut,
der hat das ewige Leben,
und ich werde ihn
am Jüngsten Tage auferwecken.
(Joh 6,54)

Wahrhaft reinen Herzens sind jene, die das Irdische gering achten, das Himmlische suchen und nicht nachlassen, immer mit reinem Herzen und reiner Seele den Herrn, den lebendigen und wahren Gott, anzubeten und zu schauen.
(Ermahnungen 16,2) 

Und deswegen tue ich das, weil ich leiblich von ihm, dem höchsten Sohn Gottes, in dieser Welt nichts sehe als seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut, das sie selbst empfangen und sie allein den anderen darreichen. Und ich will vor allem, dass diese heiligsten Geheimnisse geachtet, verehrt und an kostbaren Stellen aufbewahrt werden.
(Testament, 10-11) 

Der selige Franziskus hatte nämlich so große Ehrfurcht und Andacht gegenüber dem Leib Christi, dass er in der Regel schreiben lassen wollte, die Brüder sollen in den Ländern, in denen sie sich aufhalten, große Sorgfalt und Aufmerksamkeit darauf verwenden. Auch sollten sie die Kleriker und Priester ermahnen, den Leib Christi an einem guten und ehrbaren Ort aufzubewahren… Einmal wollte er sogar Brüder durch alle Gegenden schicken, die viele schöne und reine Hostiengefäße bei sich tragen und, wo immer sie den Leib des Herrn unehrenhaft hinterlegt fänden, diesen in jenen Hostiengefäßen ehrenvoll aufbewahren sollten.
(Der Spiegel der Vollkommenheit, 65)

Sei eine Kirche, die betet, Gott lobt, seinen absoluten Vorrang anerkennt, ihn mit frohem Glauben preist. Entdecke wieder den Sinn für das Mysterium: Lebe es mit demütiger Dankbarkeit, bezeuge es mit zutiefst empfundener Freude, die ansteckend wirkt. Feiere das Heil Christi. Nimm es als Geschenk an, das dich zu seinem „Sakrament „ macht: Mache dein Leben zu einem wahren Gottesdienst, der Gott gefällt (vgl. Röm 12, 1)!… In den liturgischen Feiern müssen wir Jesus wieder in den Mittelpunkt stellen, um uns von ihm erleuchten und leiten zu lassen. … Der Zweck der Liturgie der Kirche liegt nicht in der Befriedigung der Wünsche und der Besänftigung der Ängste des Menschen, sondern im Hören und Empfangen Jesu, des Lebendigen, der den Vater ehrt und preist, um so mit Jesus den Vater zu lobpreisen und zu ehren. Die kirchlichen Gottesdienste verkünden, dass unsere Hoffnung von Gott her zu uns kommt, und zwar durch unseren Herrn Jesus.
(Ecclesia in Europa 69;71, Hl. Papst Johannes Paul II, 2003)

Die Weise der Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten ist einzigartig. Sie erhebt die Eucharistie über alle Sakramente, so daß sie „gleichsam die Vollendung des geistigen Lebens und das Ziel aller Sakramente“ ist (hl. Thomas v. Aquin). … Und der heilige Ambrosius sagt über diese Verwandlung: „Hier liegt etwas vor, was nicht die Natur gebildet, sondern die Segnung konsekriert hat, und die Wirksamkeit der Segnung geht über die Natur hinaus, indem sogar die Natur selbst kraft der Segnung verwandelt wird . . . Das Wort Christi, das das noch nicht Seiende aus dem Nichts zu schaffen vermochte, soll Seiendes nicht in etwas verwandeln können, was es vorher nicht war? Nichts Geringeres ist es, neue Dinge zu erschaffen, als Naturen zu verwandeln“ (myst. 9, 50). … Es hat einen tiefen Sinn, daß Christus in dieser einzigartigen Weise in seiner Kirche gegenwärtig bleiben wollte. Weil Christus seiner sichtbaren Gestalt nach die Seinen verließ, wollte er uns seine sakramentale Gegenwart schenken … In seiner eucharistischen Gegenwart bleibt er geheimnisvoll in unserer Mitte als der, welcher uns geliebt und sich für uns hingegeben hat, und er bleibt unter den Zeichen gegenwärtig, die diese Liebe zum Ausdruck bringen und mitteilen.
(Katechismus der Katholischen Kirche, 1373; 1376; 1380)